Verantwortungsvolles Spielen

Glücksspiel ist Unterhaltung, keine Einkommensquelle. Warnzeichen erkennen, Selbstschutz aufbauen und wissen, wo Hilfe verfügbar ist.

Portraitaufnahme von Linda Güster, iGaming-Editorin mit Schwerpunkt Bonusanalyse und Regulierung. Geschrieben von Linda Güster Zuletzt aktualisiert:

Glücksspiel als Unterhaltung verstehen

Glücksspiel ist ein Freizeitangebot mit Kostenrisiko. Es ist kein Werkzeug, um Schulden zu tilgen, Einkommen zu erzielen oder finanzielle Ziele zu erreichen. Das Spiel funktioniert langfristig mathematisch zu Ungunsten des Spielers, das ist die Grundlage des Geschäftsmodells.

Setzen Sie ausschließlich Beträge ein, deren Verlust Sie ohne Konsequenzen für Miete, Lebenshaltung, Kredite und Familie verkraften können. Zeit- und Geldlimits vor dem Spiel festzulegen, und daran festzuhalten, ist der wichtigste Selbstschutz.

Warnzeichen problematischen Spielverhaltens

Problematisches Glücksspielverhalten entwickelt sich meist schleichend. Zu den Warnzeichen zählen:

  • Sie spielen häufiger oder mit höheren Einsätzen, als Sie ursprünglich vorhatten.
  • Sie versuchen, Verluste durch weitere Einsätze zurückzugewinnen (Chasing).
  • Sie verschweigen gegenüber Angehörigen, wie viel Zeit oder Geld Sie einsetzen.
  • Sie leihen sich Geld, um weiter zu spielen, oder überziehen Konten und Kreditlinien.
  • Sie vernachlässigen Arbeit, Familie, Freundschaften oder Hobbies zugunsten des Spielens.
  • Sie fühlen sich unruhig, gereizt oder niedergeschlagen, wenn Sie nicht spielen können.
  • Sie haben bereits mehrfach versucht aufzuhören und sind gescheitert.

Trifft eines oder mehrere dieser Kriterien auf Sie oder eine Person in Ihrem Umfeld zu, empfehlen wir eine unverbindliche Beratung. Der Kontakt bleibt anonym und ist kostenfrei.

Praktische Selbstschutz-Tipps

Bevor Sie mit dem Spiel beginnen, treffen Sie klare Vereinbarungen mit sich selbst:

  • Legen Sie ein Zeitbudget pro Sitzung fest und stellen Sie einen Wecker.
  • Definieren Sie einen maximalen Einsatzbetrag pro Woche oder Monat und ziehen Sie diesen im Vorfeld separat auf ein Spielkonto ab.
  • Spielen Sie niemals unter dem Einfluss von Alkohol, Medikamenten oder in emotionalen Ausnahmesituationen.
  • Machen Sie regelmäßig Pausen und beenden Sie eine Sitzung nach einem festen Zeitplan, unabhängig von Gewinnen oder Verlusten.
  • Verzichten Sie darauf, Verluste sofort zurückgewinnen zu wollen. Chasing verlängert Verlustphasen und erhöht das Risiko problematischen Spielens.
  • Führen Sie ein Spielbuch, in dem Sie Zeit, Einsatzbetrag und Nettoergebnis jeder Sitzung ehrlich notieren. Über Monate hinweg zeigt dieses Tagebuch die reale Kostenbilanz.

Selbstsperre über OASIS

Deutschland betreibt mit OASIS („Onlineabfrage Spielerstatus“) eine bundesweite Sperrdatei, in die sich Spieler selbst eintragen können. Eine Selbstsperre wird durch alle in Deutschland lizenzierten Anbieter respektiert und blockiert eine Kontoeröffnung sowie das Spielen bei diesen Anbietern.

Wichtig zu wissen: Eine OASIS-Sperre wirkt gegenüber Anbietern, die eine deutsche Erlaubnis der GGL besitzen. Anbieter mit Lizenz außerhalb Deutschlands sind nicht an das OASIS-System angebunden; eine Sperre dort erfolgt in eigener Zuständigkeit des jeweiligen Anbieters. Wenn Sie einen zuverlässigen bundesweiten Ausschluss benötigen, ist eine OASIS-Sperre in Kombination mit einer selbst gesetzten Kontosperrung beim ausländischen Anbieter der wirksamste Ansatz.

Weitere Informationen zur OASIS-Sperre finden Sie beim Regierungspräsidium Darmstadt, das das System betreibt.

Kostenlose und anonyme Beratung

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Spielverhalten noch unproblematisch ist, ist ein einzelnes Beratungsgespräch der beste erste Schritt. Beide der folgenden Angebote sind kostenfrei und anonym:

  • BIÖG-Telefonberatung Glücksspielsucht: 0800 1 37 27 00, Mo. bis Do. 10 bis 22 Uhr, Fr. bis So. 10 bis 18 Uhr
  • Online-Portal der BIÖG mit Selbsttest und Beratungssuche: check-dein-spiel.de
  • Beratungsstellensuche der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): bzga.de

Ein einzelnes Gespräch verpflichtet zu nichts. Es kann helfen, das eigene Verhalten realistisch einzuordnen, und ist häufig der erste Schritt, um dauerhaft eine gesunde Beziehung zum Glücksspiel zu entwickeln.

Hilfe für Angehörige

Wenn Sie sich um eine nahestehende Person sorgen, gilt: Angehörige sind mitbetroffen, aber nicht schuldig. Die Beratungsangebote der BIÖG und lokaler Suchtberatungsstellen richten sich ausdrücklich auch an Partner, Kinder, Eltern und Freunde von Spielern.

In akuten Situationen, etwa bei finanziellen Notlagen der Familie oder bei Anzeichen einer Selbstgefährdung, wenden Sie sich an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111, ebenfalls kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar).

Alter, Jugendschutz und Grenzen

Glücksspiel ist ausschließlich Personen ab 18 Jahren gestattet. Prüfen Sie regelmäßig, ob Minderjährige in Ihrem Haushalt Zugriff auf Ihre Geräte, Zahlungsmethoden oder Casino-Konten haben. Aktivieren Sie bei Bedarf Kindersicherungen auf Endgeräten und schützen Sie Zugangsdaten.